Zusammenfassung der Europäischen Kommission

Zusammenfassung der Europäischen Kommission

Die Konvergenz der ersten Jahre mit gemeinsamer Währung hat sich teilweise als Scheinkonvergenz erwiesen. Vor der Krise war das Euro-Währungsgebiet das Symbol kontinuierlich wachsenden Wohlstands. Das Pro-Kopf-Realeinkommen stieg zwischen 1999 und 2007 stetig an. Dazu trugen zum Teil die günstigen Kreditkonditionen und hohe Kapitalzuflüsse in die Mitgliedstaaten mit wachsenden Leistungsbilanzdefiziten bei. Diese Kapitalzuflüsse hatten jedoch nicht in allen Fällen nachhaltige Investitionen zur Folge. In einigen Fällen verstärkten sie vielmehr „Blasen“ wie im Immobilien- und im Bausektor und trugen zu einer Erhöhung der Staatsausgaben bei. Die positiven Entwicklungen zu Beginn der 2000er Jahre verdeckten unter der Oberfläche schwelende Anfälligkeiten in diesen Ländern. Diese betrafen unter anderem den Finanzsektor und den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. In mehreren Fällen kamen Ineffizienzen an den Arbeits- und Produktmärkten hinzu. Diese wurden zum damaligen Zeitpunkt weder von den Finanzmärkten noch von der öffentlichen Hand vollumfänglich aufgegriffen, und im Euroraum fehlte ein Aufsichtsrahmen, der es ermöglicht hätte, diese Ungleichgewichte festzustellen oder zu korrigieren.
Aus dem Reflexionspapier zur Wirtschafts- und Währungsunion der Europäischen Kommission (2017); von Valdis Dombrovskis und Pierre Moscovici.

Die Analyse der Kommission in ihrem „Reflexionspapier zur Wirtschafts- und Währungsunion“ von 2017 ist klar und gut, wenn man das Wort „teilweise“ in der ersten Zeile weglässt. Die Konvergenz war eine Scheinkonvergenz. Wie soll es nun weitergehen?


Quellenangabe für das verwendete Foto:

  • Cover-Foto: Europäische Kommission / Gianni Borsa
    Die EU-Kommissare Pierre Moscovici und Valdis Dombrovskis. (v.l.n.r.)