2.4 Fazit zur Konvergenz

2.4 Fazit zur Konvergenz

Wir haben verschiedenste Bereiche der fünf Volkswirtschaften untersucht, um ein vielfältiges Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu erhalten. Zwar gibt es in einigen Bereichen leichte Annäherungen. Von einer Situation wie vor dem Ausbruch der Euro-Krise sind wir aber, trotz größerer Anstrengungen von EZB und EU, nahezu überall weit entfernt. In mehreren wichtigen Bereichen nimmt die Divergenz weiterhin zu. Nur bei einem einzelnen Parameter, den Lohnstückkosten, lassen sich klare Fortschritte ablesen. Es gibt keine Anzeichen, dass die Volkswirtschaften insgesamt konvergieren oder dies künftig tun werden.

Große Teile der europäischen Politik dürften das Problem nicht einmal verstanden haben. Viele Politiker bemühen sich aktiv, soziale Standards in der Euro-Zone anzugleichen. Die EU-Agentur Eurofound wirbt sogar mit diesem Argument für die EU. Soziale Parameter sind aber ein Kostenfaktor, der schwächere Länder stärker belastet als stärkere. Eine Angleichung sozialer Parameter zieht fast automatisch eine Divergenz bei den wirtschaftlichen Parametern nach sich, da den schwachen Mitgliedern ein Wettbewerbsparameter genommen wird.

Die Volkswirtschaften streben weiter auseinander.

Die Hoffnungen, es könne sich in der Euro-Zone eine Form von Konvergenz „nach oben“ entwickeln, sind aktuell völlig haltlos. Am ehesten lässt sich Konvergenz dort erkennen, wo Deutschland zurückfällt, als „Konvergenz von oben“. Insgesamt muss man feststellen, dass das Euro-System die Länder auseinandergetrieben hat. Bei einer Rezession dürfte die Politik vor gewaltigen Problemen stehen.


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