1.6 Das Geschäftsklima trübt sich ein

1.6 Das Geschäftsklima trübt sich ein

Aktuell trübt sich auch die Lage der Weltwirtschaft ein. Chinas Wachstumswerte sinken und das Land hat hohe Schulden im privaten und im öffentlichen Sektor. Der Handelsstreit mit den USA ist noch nicht ausgestanden. Die USA wollen möglicherweise mit Handelssanktionen gegen den großen deutschen Exportüberschuss vorgehen. Europa muss mit der politischen Krise in Italien, den anhaltenden Problemen vieler Banken, den Protesten der Gelbwesten gegen den französischen Präsidenten Macron und natürlich ganz zentral dem Brexit, dem zu erwartenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, eine Vielzahl von politischen und wirtschaftlichen Problemen überstehen.

Chart 6: ifo Geschäftsklimaindex, Januar 2019

Auch das vermeintlich starke Deutschland blickt schweren Zeiten entgegen: Neben Handelsproblemen mit Großbritannien, das einer der wichtigsten Produktionsstandorte und Absatzorte für die Automobilindustrie ist, drohen der Automobilindustrie auch von politischer Seite mit immer neuen Vorschriften gerade im Bereich Diesel große Probleme. Die immer noch wichtige Chemie-Branche rechnet für 2019 mit einem Umsatzminus von 2,5%. Die Gesamtlage sorgt insbesondere in den Unternehmen für Unruhe. Die Einkaufsmanager-Indizes fallen fast überall. Der Geschäftsklimaindex des ifo München für Deutschland bewegt sich Anfang 2019 dramatisch nach unten.

Chart 7: Einkaufsmanagerindex, März 2019

Auch der Einkaufsmanager-Index der britischen Agentur IHS Markit für die Eurozone bewegt sich Anfang 2019 klar nach unten. Wie man am Chart erkennen kann, ist der Index ein guter Indikator für das reale Wachstum der Eurozone. Die länderspezifischen Indizes für Frankreich und Italien entwickeln sich aktuell schlechter als der deutsche Index. Relativ gut entwickelt sich die Stimmung nach der Erhebung von IHS Markit aktuell nur in Spanien.

Auch die Europäische Kommission hat ihre Wachstumsprognosen bereits deutlich nach unten korrigiert. In der Winterprognose vom 7. Februar 2019 hat die Kommission das Wachstum für die EU auf 1,3% geschätzt, was gegenüber der Herbstprognose ein Rückgang von 0,6% ist. Auch die Haushaltsprognosen der Staaten wurden angepasst (siehe Chart 9). Besonders für Italien und Deutschland wurden die Zahlen nach unten korrigiert.


Quellenangaben für die verwendeten Fotos und Charts: